Vortrag von Reinhard Deutsch auf der Elliott-Tagung in Ochsenfurt

"Reprivatisierung des Geldes und warum der Silberpreis explodieren wird" 

 

Liebe Geldfreunde,

ich freue mich, dass wir unsere kleinen virtuellen Dispute jetzt einmal real fortsetzen können, gleichsam von Angesicht zu Angesicht statt von Taste zu Taste.

Bevor ich jetzt anfange hier radikale Theorien zu vertreten, würde ich doch gerne  erst einmal mit einer kleinen Umfrage versuchen, das Gelände zu  sondieren, auf dem ich mich bewege - also:

Wer hier im Saal ist der Meinung, dass es sich bei fiat money, also unserem heutigen Geld um legales Falschgeld handelt?

Wer ist der Meinung, dass Gold und Silber nach wie vor Geld sind?

Und schließlich, wer hier im Saal ist der Meinung, dass das staatliche Geldmonopol abgeschafft  werden sollte, und das Geld ähnlich wie bei Bahn und Post ebenfalls wieder reprivatisiert werden sollte?

Ich will im ersten Teil meines kleinen Vortrages ein paar geldtheoretische Fragen behandeln, um im zweiten Teil dann daraus praktische Folgerungen und Handlungsmöglichkeiten abzuleiten. Im theoretischen Teil geht es um vier Fragen:

1.) Was ist der Unterschied zwischen Gold als Geld und staatlichem Papiergeld?

2.) Was ist echtes Geld und wie entsteht es?

3.)Was ist im Gegensatz dazu  fiat money und warum ist es legales Falschgeld?

4.) Warum soll eine Remonetisierung der Edelmetalle verhindert werden?

Im praktischen Teil geht es dann um die Frage, warum Silber  das beste Investment für die nächsten Jahre sein könnte, wie man Silber kauft und wie eine Reprivatisierung  des Geldes praktisch aussehen könnte.

 

1.) Was ist der entscheidende Unterschied zwischen Gold und staatlichem Papiergeld?

Lassen Sie uns zu Beginn einmal ein kleines Gedankenexperiment machen, mit dem ein wichtiger Aspekt von Geld sehr schön klar wird. Ich habe hier einen Silberbarren. Normalerweise würde man das Experiment mit einem Goldbarren machen, aber da es sich hier um ein sehr preiswertes Seminar handelt, muss Silber genügen. Das Experiment geht damit genau so gut. Übrigens, um das hier gleich einmal einzufügen, durch viele Jahrhunderte war immer Silber das eigentliche monetäre Metall nicht Gold. Gold wurde im Außenhandel und für große Zahlungen benutzt, aber Silber war immer das eigentliche monetäre Arbeitspferd. Dieses Metall hier war also durch viele Jahrhunderte, ja Jahrtausende, Geld, also weltweit allgemein anerkanntes Tauschmittel. Meist wurde es in kleinen runden, fertig abgewogenen Portionen weitergereicht, sog. Münzen. Häufig war irgendein Otto darauf abgebildet, der dafür bürgen sollte, dass das Gewicht auch stimmt, was allerdings meist gerade nicht der Fall war. Und um auch das hier gleich noch mit einzufügen, die Einheit für Geld war immer ein Gewicht und nicht etwa ein Wert, wie man vielleicht annehmen könnte. Ich lasse den Silberbarren mal rumgehen, damit Sie das Gewicht spüren können und würde mich freuen, wenn er wieder zurückkommt.

Und hier habe ich nun einen Bogen modernes staatliches Papiergeld. Da kann eine 1, eine 10 oder auch 1000 draufstehen, am Gewicht spüren Sie jedenfalls nicht, dass Sie mehr Geld haben. Offenbar werden beide Geldarten von unterschiedlichen Sinnesorganen wahr genommen. Diese Zweiteilung in Geist und Materie wird uns später noch beschäftigen. Auch beim Geld finden wir so eine merkwürdige Zweiteilung in geistig abstrakt und handfest materiell.

So und nun das Gedankenexperiment. Stellen Sie sich vor, die Regierung oder die Zentralbank, die dieses Papiergeld ausgegeben hat, erklärt heute, dass dieses Geld ab morgen nicht mehr gültig sei. Dass ab morgen nur noch neues, rotes Geld gesetzliches Zahlungsmittel sei, die grünen Zettel nicht mehr gelten und jeder sich morgen 100 neue, rote Scheine abholen könne.

Frage - würden Sie das glauben? Würden Sie sagen, ja das stimmt und hingehen und sich in der Schlange anstellen um rote Zettel zu bekommen? Ja, natürlich würden Sie das. Wenn die Regierung heute ihr Papiergeld für ungültig erklärt, dann ist es auch sofort ungültig. Und nun die Gegenprobe. Wenn die Regierung heute erklärt, Gold und Silber sind ab morgen keine Tauschmittel mehr. Würden Sie das glauben, würden Sie Ihr Gold wegwerfen oder gegen einen roten Zettel umtauschen, weil Sie glauben, Gold und Silber sei kein Tauschmittel mehr, weil Sie Angst haben, niemand auf der Welt würde Ihnen noch etwas für Gold oder Silber geben? Nein, diese Macht hat die Regierung nicht. Selbst nach 30 Jahren intensiven brainwashings, in denen den Menschen immer wieder eingeredet wurde, Gold und Silber sei kein Geld mehr, sei kein Tauschmittel, können Sie immer noch auf der ganzen Welt mit einer Gold- oder Silbermünze Brot kaufen. Egal wann die Münze geprägt wurde, oder was da drauf steht.  Mit Reichsmark oder allen anderen Papiergeldsorten der Vergangenheit geht das nicht mehr.

Ganz offensichtlich besteht ein gravierender Unterschied zwischen den beiden Geldarten Gold und Silber auf der einen Seite und Papiergeld auf der anderen Seite. Und nun versuchen wir mal den wirklich entscheidenden Unterschied auf den Punkt zu bringen, die Tatsache also, dass im einen Fall die Regierung von heute auf morgen das Geld für ungültig erklären kann, während sie im anderen Fall diese Macht nicht hat. Wenn man es, vielleicht etwas pathetisch, auf den Begriff bringen will, kann man wohl sagen, Gold ist Freiheit, ist gemünzte Freiheit und staatliches Papiergeld ist Abhängigkeit, Unfreiheit, ja Sklaverei. Das eigentliche Motiv für den Kauf von Gold und Silber ist wahrscheinlich nicht der Glanz  oder irgendwelche mystischen Motive, sondern ganz simpel Freiheit. Auf der Flucht haben die Frauen das schwere Silberbesteck nicht wegen seines magischen Glanzes mitgenommen und auch die Zentralbanken halten aus genau diesem Motiv am Gold fest, weil sie genau wissen, dass nur Gold letzte und höchste Liquidität ist.

Wenn man die Geldgeschichte betrachtet, stellt man fest, dass die jeweils Herrschenden immer und immer wieder versucht haben, die Menschen mit staatlichem Geld „heimtückisch“ zu enteignen, aber die Menschen konnten sich immer wehren, indem sie einfach wieder auf Gold und Silber als Tauschmittel ausgewichen sind. Erst seit etwa 30 Jahren, genau seit dem 15. August 1971, als Amerika bankrott erklärt hatte, weil es nicht mehr mit richtigem Geld zahlen konnte oder wollte, hat man begonnen, Gold und Silber auch in den Köpfen der Menschen zu entmonetisieren. Gold und Silber ist heute scheinbar kein Geld mehr und es werden von Seiten der Banken und der Regierungen erhebliche Anstrengungen unternommen, dass diese Vorstellung erhalten bleibt und sich verfestigt. Wir erleben seit vielen Jahren einen regelrechten Kampf gegen Gold und Silber. Warum ist das so? Wie Alan Greenspan in seinem berühmten Aufsatz von 1966, damals war er noch nicht Notenbankpräsident, klipp und klar geschrieben hat, ist Gold der natürliche Feind von fiat money. Fiat money dient der heimtückischen Enteignung der Menschen, Gold verhindert diesen Prozess, deshalb muss es von denen, die an fiat money interessiert sind, mit allen Mitteln bekämpft werden, schreibt Alan Greenspan.

 

2.) Was ist echtes Geld und wie entsteht es?

Betrachten wir zunächst einmal, was normalerweise Geld ist und wie es entsteht, um daran anschließend zu betrachten, was im Gegensatz dazu fiat money ist und wie es entsteht. Es gibt zunächst prinzipiell nur zwei Arten von Geld, nämlich:

1.) Warengeld (Gold und Silber)

2.) Kreditgeld (Schuldgeld)

Warengeld ist immer ein konkreter, anfassbarer, materieller Gegenstand. Salz, Muscheln, Perlen, Steine, Kleider, Kühe, Zigaretten und vieles andere hat auf diese Weise mal als Geld gedient und in einem langen Suchprozess haben sich Gold und Silber als das mit Abstand beste Warengeld herausgestellt. Kreditgeld dagegen ist ein abstraktes geistiges Konzept, ein abstrakter Schuldvertrag zwischen Menschen, der in irgendeiner Weise, meist auf einem Zettel, notiert wird. Es gibt also, wenn sie so wollen, ein Geld aus Materie und ein Geld aus Geist.

Diese merkwürdige Zweiteilung finden wir öfters im Leben. In der Philosophie und beim Menschen finden wir die Zweiteilung in Körper und Geist. In der Juristerei kennen wir Sachenrecht und Schuldrecht und in der Physik finden wir Welle und Teilchen, die immer gleichzeitig und nebeneinander existieren. Und diese Zweiteilung gibt es eben auch beim Geld, nämlich konkretes Warengeld und abstraktes Kreditgeld. Beide Geldarten hat es schon immer und gleichzeitig nebeneinander gegeben und wird es wohl immer geben, so wie der Mensch wohl immer Körper und Geist zugleich ist. Wenn man das einmal versteht, hat man schon den größten Teil der Geldtheorie verstanden. Die meiste Verwirrung beim Geld entsteht dadurch, dass entweder beide Geldarten ständig durcheinander gebracht werden, oder eine Geldart einfach geleugnet wird.

Es gibt aber noch einen zweiten wichtigen Unterschied zwischen diesen beiden Geldarten Warengeld und Kreditgeld, der sich diesmal auf die Zeit bezieht. Warengeld entsteht, indem ich irgendeine Ware produziere und mit dieser Ware bezahle ich dann. Die Leistung, mit der ich bezahle, ist also in der Vergangenheit bereits erbracht worden. Die Kuh ist großgezogen, das Kleid gewebt, das Gold ist geschürft, eingeschmolzen und gemünzt worden. Die Leistung ist also bereits erbracht und gleichsam in der Ware, in dem Gold gespeichert.

Kreditgeld dagegen entsteht, indem ich eine Leistung für die Zukunft verspreche. Ich bezahle mit einer für die Zukunft versprochenen Leistung, also mit einer Schuld, dem Schuldversprechen, dass ich in der Zukunft eine Leistung erbringe werde. Deshalb spricht man hier auch von Schuldgeld. Dem so entstehenden Kreditgeld steht immer eine gleich hohe Schuld gegenüber. Je mehr Schulden, desto mehr Kreditgeld ist da. So merkwürdig es klingt, je mehr Versprechungen ich mache, umso mehr Geld ist da. Kreditgeld entsteht aus dem Nichts und verschwindet wieder ins Nichts. Um das zu verstehen, wollen wir einfach mal praktisch Kreditgeld machen.

Ich habe hier ein paar vorgefertigte Geldformulare, auf denen steht z.B., Ich der ............. Soundso leiste bei Vorlage dieses Zettels eine Stunde Arbeit. Sie müssen nun nur Ihren Namen einsetzen und unterschreiben, und damit ist neues Kreditgeld aus dem Nichts entstanden. Auf dem Zettel kann natürlich genauso gut stehen, ich verspreche, gegen Vorlage dieses Zettels 100,- DM zu zahlen.  Wenn jetzt hier 10 Leute solche Zettel unterschreiben, sind damit 1000,- DM neues Kreditgeld in die Welt gekommen, die vorher nicht da waren. Und zwar wohlgemerkt, handelt es sich um echtes Kreditgeld, nicht etwa Falschgeld. Das ist schon alles, so ist echtes Kreditgeld immer entstanden und so wird es immer entstehen. Irgendjemand erklärt, dass er in der und der Höhe zu leisten beabsichtigt und belegt das mit einem Zettel, der seine Unterschrift trägt. Das und nichts andres ist Kreditgeld, ein Versprechen, in der Zukunft etwas zu leisten. Wie dieses Versprechen notiert und festgehalten wird, spielt nur eine Nebenrolle. Es kann in ein Kerbholz geschnitzt werden oder in ein Tontäfelchen geritzt, in ein Buch geschrieben oder in einem Computer gespeichert werden. Üblicherweise wird es einfach auf einen Zettel geschrieben, der dann als Tauschmittel weitergereicht werden kann. Das heute übliche Standardformular für diesen Zettel ist der Wechsel. Auf einem Wechsel wird schlicht versprochen, gegen Vorlage des Wechsels zu leisten und der Wechsel ist Geld, ist bereits echtes Kreditgeld und muss nicht  etwa erst diskontiert werden, um zu Geld zu werden.

Meist begnügen die Leute sich allerdings nicht mit dem einfachen Versprechen und der Unterschrift sondern misstrauisch, wie sie sind, wollen sie zusätzlich noch ein Pfand, für den Fall, dass die versprochene Leistung zum vereinbarten Zeitpunkt nicht erbracht wird. Wird die Leistung erbracht, wird der Zettel zerrissen, das Kreditgeld verschwindet wieder. Wird sie nicht erbracht, kann der jeweilige Besitzer des Zettels das Pfand verlangen, z. B. die Frau wegnehmen, oder das Haus oder die Kuh. Aber das ist nur eine zusätzliche Sicherheit und hat mit dem eigentlichen Kreditgeld nichts zu tun. Solange der Aussteller

des Zettels mit seiner Unterschrift bestätigt, dass er die feste Absicht hat, selbst zu leisten, so lange handelt es sich um echtes Kreditgeld. Erst wenn der Aussteller des Zettels von vorneherein gar nicht die Absicht hat, selbst zu leisten und er deshalb auch kein Pfand hinterlegt, handelt es sich um falsches Kreditgeld. Damit kommen wir zu der Frage:

 

3.) Was ist fiat money und warum ist es Falschgeld?

Neben dem echten Kreditgeld, das wir kennen gelernt haben, gibt es noch eine zweite Art Kreditgeld, die man lange Zeit gar nicht bemerkt hat, weil man sie nicht für möglich gehalten hat und viele Leute halten sie auch heute noch nicht für möglich, obwohl sie in allen Lehrbüchern ausführlich erklärt wird. Und jetzt wird es richtig spannend.

Diese zweite Art Kreditgeld ist mehr oder weniger klamm heimlich über lange Zeit von den Banken entwickelt und immer mehr perfektioniert worden. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat man den Umfang und die Bedeutung dieser Art der Geldentstehung, insbesondere durch die Arbeiten des Geldtheoretikers Albert Hahn, erst so richtig erkannt. Heute entsteht Geld überwiegend auf diese Art. Fiat heißt soviel wie - es werde - fiat lux heißt es werde Licht und fiat money heißt es werde Geld. Klingt wie eine Zauberformel. Überraschenderweise gibt es kein deutsches Wort für fiat money - Zaubergeld wäre vielleicht die richtige Bezeichnung.

Um diese neue Art von Geld zu verstehen, wollen wir jetzt mal praktisch fiat money  machen. Ich habe hier einen 100 Markschein. Wie der entstanden ist, lassen wir jetzt mal außen vor, auf alle Fälle ist er bereits vorhanden. Diesen 100 Markschein leihe ich jetzt z.B. dem Jürgen, allerdings nicht direkt, sondern indirekt, indem ich Ihm wieder so einen Zettel gebe, auf dem steht: Ich - die „Deutsche Bank“ verspreche, gegen Vorlage dieses Zettels 100 Mark herauszurücken. Wenn ich das jetzt 10 mal mache, mit 10 verschiedenen Leuten, sind wieder 1000 Mark neues Kreditgeld aus dem Nichts entstanden und ich als Bank habe die vorgeschriebenen 10% Mindestreserve in Form des 100 Markscheines nach wie vor in der Kasse.

Statt die Zettel auszustellen, kann ich den Vorgang natürlich auch einfach in ein Buch eintragen und die Leute bekommen Kontoauszüge. Damit sind dann 1000 Mark sog. Buchgeld aus dem Nichts entstanden. Dieses spezielle Gelderzeugungsverfahren nennt man fractional banking, weil dabei nur ein kleiner Teil des Geldes, eine fraction, tatsächlich vorhanden sein muss.

Diese neue Geldentstehungsart, also das mehrfache Verleihen ein und desselben 100 Markscheines, hat sich wie gesagt mehr oder weniger unbemerkt über lange Zeit entwickelt, nur dass es ursprünglich nicht ein 100 Markschein der Notenbank war, der da 10 mal verliehen wurde, sondern ein und derselbe Goldbarren wurde 10 mal beliehen oder verliehen. Das ist im Prinzip der gleiche Trick wie ihn die Firma Flowtex angewendet hat, als sie ein und dieselbe Bohrmaschine 10 mal an die Leasinggesellschaft verkaufte.

Nun kann man allerdings das Handeln einer Bank, die 10 mal denselben Goldbarren verleiht, notfalls moralisch noch rechtfertigen, denn anders als Flowtex handelt sie nicht von vorneherein in krimineller Absicht. Die Banken hatten beim Goldstandard durchaus die Absicht, ihre Banknoten jeweils in Gold einzulösen, insofern handelte es sich noch

nicht um Falschgeld. Die Banken selbst mussten für ihr Geld, für das Geld, das sie erzeugt haben, reales Eigentum herausrücken. Die Bank selbst musste  Gold aus dem Keller holen und herausrücken, wenn die Kunden die Banknoten einlösen wollten.

Erst als 1971 die Einlösepflicht in Gold ganz aufgehoben wurde, ist aus diesem Kreditgeld fiat money, ungedecktes legales Falschgeld geworden. Warum ist es jetzt auf einmal Falschgeld, nur weil diese minimale Golddeckung von sagen wir 10% nicht mehr da ist? Nun ganz einfach, weil beim Gelderzeuger die Absicht zur Leistung weggefallen ist. Die Deckung mit Gold mag im Laufe der Zeit immer geringer geworden sein, aber zumindest bei anständigen Bankern bestand immer die Absicht für ihr Geld gerade zu stehen,notfalls mit realer Ware zu leisten. Erst wenn diese Absicht, selbst real zu leisten, gar nicht mehr besteht, schlägt Kreditgeld um in Falschgeld. Lassen Sie uns auf diesen wichtigen Punkt noch etwas tiefer eingehen.

Die Bank stellt ja bei unserem zweiten Experiment gewissermaßen 10 Schuldscheine auf sich selbst aus, für die sie jeweils 100 Mark rausrücken müsste. Das sieht zwar auf den ersten Blick fast genauso aus, wie beim Gold, aber eben nur scheinbar. Die Bank hat die 10 Scheine gar nicht die sie verleiht, ebenso wenig wie die Bank früher die 10 Goldbarren hatte. Beide Banken verleihen etwas nicht Vorhandenes. Das ist zunächst bei beiden der gleiche üble Trick wie bei Flowtex. Aber wenn es hart auf hart kam, musste die Bank früher 10 reale Goldbarren beschaffen, oder bankrott erklären. Und was muss die Bank heute beschaffen? Zehn Scheine, also zehn neue Schuldversprechen von irgendjemand, notfalls von der nächsthöheren Instanz, der Zentralbank oder dem Staat. Die Bank stellt gewissermaßen einen Schuldschein aus und verleiht ihn gegen Zins, ohne dass die Schuld je erfüllt werden muss. Die Banken lösen ihre Schuldversprechen ein, indem sie immer neue Schuldversprechen geben. Die Banken selbst brauchen den versprochenen Umtausch in andere Güter niemals zu leisten. Sie verleihen Falschgeld.

Hier ist nun vielleicht der richtige Zeitpunkt, um mal auf ein, wie ich meine, gefährlich falsches Argument von Heinsohn/Steiger einzugehen. Heinsohn/Steiger argumentieren, das Geld, welches die Bank als Kreditgeber erzeugt, sei nicht etwa ungedecktes fiat money, vielmehr sei es gedeckt und zwar durch verpfändetes Eigentum, allerdings nicht etwa Eigentum der Bank, wie man meinen könnte, sondern durch Eigentum des Kreditnehmers, der das von der Bank erzeugte Geld bekommt. Das ist, wie wir schon ein paar Mal diskutiert haben, etwa so als wenn ich rufe, Herr Ober bringen Sie mal Geld, ich möchte zahlen. Schauen wir einmal genau hin, wie Heinsohn/Steiger diesen abenteuerlichen intellektuellen Salto hinbekommen. Ich beziehe mich dabei auf den Aufsatz: „Geldnote, Anleihe und Aktie“, den Heinsohn/Steiger am 1. Sept. 2000 ins Netz gestellt haben.

Zunächst wird erklärt, dass Geld nur durch die Verpfändung bzw. Belastung von Eigentum entstehen könne. Dann wird erklärt, dass dies selbstverständlich auch für eine Notenbank gelte. Zitat: „Eine Notenbank muss für die Einlösungsfähigkeit der von ihr emittierten Geldnote ihr Eigentum belasten“ Zitat Ende. Ihr Eigentum, also das Eigentum der Notenbank.

Nach diesem Satz holen sie dann Anlauf für den Salto mit der Bemerkung, Zitat: „Die Notenbank schafft die Geldnote niemals für sich, sondern immer nur für einen Anderen. Dabei achtet sie darauf, dass dieser Andere als ein immer identifizierbarer Schuldner im Wertumfang des Kredits aus seinem Eigentum Sicherheiten verpfändet“. Zitat Ende. Hier hört man schon die Nachtigall  trapsen.

Und nun kommt der Salto. Zitat: „Die Kunst bei der Schaffung von Geldnoten besteht nun darin, dass ihre jederzeit mögliche Einlösung niemals erfolgt, die Noten also in Umlauf gehalten werden. Das geschieht dadurch, dass die prinzipiell in Eigentum der Notbank einlösbaren Geldnoten nicht etwa gegen ihr Eigenkapital in Umlauf gesetzt werden, sondern gegen die ihr gestellten Sicherheiten aus dem Eigentum ihrer Schuldner. Was verpfändet die Bank da eigentlich? Es sind Forderungen gegen ihre Schuldner - etwa Unternehmen oder Hauseigentümer“. Zitat Ende.

Ist doch toll nicht wahr? Ich leihe dem Kunden gewissermaßen sein eigenes Goldstück. Erst sagen sie, die Bank muss ihr Eigentum,  also ihr eigenes Goldstück verpfänden, damit das Geld entstehen kann, das die Bank verleiht und plötzlich ist das Goldstück des Kunden verpfändet. Herr Ober, bringen Sie mal Geld .....

Aber genau an dieser Stelle entsteht der intellektuelle Twist, über den wir schon oft diskutiert haben und deshalb ist es so wichtig, genau zu unterscheiden, wer das Geld erzeugt, wer das Geld entstehen lässt, und ob der Gelderzeuger sein eigenes Eigentum verpfändet, oder ob er anderer Leute Eigentum verpfändet. Immer muss derjenige, der Geld erzeugt, auch selbst die Leistung erbringen. Erbringt er sie nicht oder hat er von vorneherein gar nicht die Absicht, selbst Leistung für das von ihm erzeugte Geld zu erbringen, ist es Falschgeld.

Nun muss das Verleihen oder Erzeugen von Falschgeld nicht von vorneherein etwas Schlechtes sein. Falschgeld kann durchaus segensreiche Wirkungen entfalten, wie wir an den Beschäftigungswundern von Roosevelt oder Hitler gesehen haben. Auch das Wunder von Wörgl beruhte auf der Wunderwirkung von Falschgeld. Silvio Gesell, der Vater von Wörgl, schreibt ja sogar die ganze Wirtschaftsentwicklung Europas dem Falschgeld zu. Europa verdankt seinen Aufstieg der größten Erfindung aller Zeiten, dem Falschgeld, schreibt Silvio Gesell. Und in der Tat kann ja Falschgeld, solange es nicht als solches erkannt wird, enorm belebend wirken. Das war zunächst bei allen Falschgeldexperimenten so und so ist es ja jetzt auch wieder.

Üblicherweise wird ja so die Falschgelderzeugung auch gerechtfertigt, dass nämlich die Inflation, die  durch Falschgeld zunächst entsteht, anschließend im Güterregen ertränkt werde. Das Falschgeld rege so viel zusätzliche Produktion an, dass es anschließend durch reale Güterproduktion  von selbst gedeckt werde, ist das übliche Argument der Wirtschaftswissenschaft, zur Rechtfertigung von fiat money.

Aber diese Hoffnung hat sich leider immer wieder als Illusion erwiesen. Nachdem der Geist des weltweiten Falschgeldes 1971 einmal aus der Flasche gelassen war, haben sich Staat, Banken und jetzt auch die Wirtschaft immer mehr auf die direkte Erzeugung von Falschgeld konzentriert und beschäftigen sich immer weniger mit der Güterproduktion. In Californien werden z.B. keine Elektrizitätswerke mehr gebaut, sondern Strom mit fiat money herbeigezaubert.

Immer neue Tricks zur Falschgelderzeugung wurden entwickelt, aber wenn im Extrem jeder nur noch Falschgeld erzeugt und selbst nichts mehr leistet, dann wird legales Falschgeld irgendwann einmal für alle sichtbar zu echtem Falschgeld und ist dann eben nichts mehr wert. Es könnte sein, dass wir jetzt wieder einmal an diesem Punkt stehen und damit vor der Frage, wie wird die Entwicklung weiter gehen und wie kann man sich vor Falschgeld schützen.  Damit kommen wir zur vierten Frage, nämlich:

 

4.) Warum soll eine Remonetisierung der Edelmetalle verhindert werden?

Die Preise für Gold und Silber werden seit Jahren künstlich nach unten manipuliert. So wie die Opec ein Kartell ist, um den Preis des Öls durch künstliche Angebotsverminderung nach oben zu manipulieren, gibt es seit mehreren Jahren ein Kartell, um den Goldpreis durch künstliche Angebotsvermehrung nach unten zu manipulieren. Wie macht man so etwas?  Nun ganz einfach, indem man Gold verkauft, das man gar nicht hat. Entweder verkauft man dasselbe Gold mehrfach, also der alte,  schon bekannte Trick, oder man verkauft heute schon Gold, das erst in Zukunft gefördert wird. Wenn ich heute Gold verkaufe, das erst in 5 Jahren gefördert wird, drücke ich natürlich heute den Preis. Eine Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Preismanipulation zu entlarven und zu bekämpfen, mit dem Namen Gata - Gold Anti Trust Association. - hat jetzt in Amerika Klage eingereicht gegen Alan Greenspan, Larry Summers, die BIZ, Goldman Sachs, die Deutsche Bank, kurz gegen die ganze Truppe, die an der Erhaltung von fiat money und damit ihrer Geldmacht, interessiert ist und die deshalb den Goldpreis nach unten manipuliert. Es könnte sein, dass die Freunde von fiat money jetzt, trotz ihrer immensen Macht, an das Ende ihrer Möglichkeiten gelangt sind und der Gold- und Silberpreis dann explodiert. Dies wäre das Signal für ein Ende des aktuellen fiat money Systems, ein weiteres gigantisches Experiment nach dem Modell des John Law wäre wieder einmal gescheitert. Alle Experimente mit ungedecktem Papiergeld sind bisher gescheitert und das Papiergeld wurde jedes mal gegen Gold abgewertet. Vieles spricht dafür, dass es auch diesmal so sein wird.

Die Freunde des fiat money, also Regierungen und Banken, werden sich zwar so lange wie möglich gegen eine Remonetisierung der Edelmetalle wehren, aber die Menschen werden zunehmend merken, dass sie wieder einmal mit staatlichem Zwangsgeld betrogen wurden und werden neu entdecken, dass es ein Geld gibt, neben fiat money, ein Geld das keine Schuld ist, und das der Staat nicht von heute auf morgen zerstören kann, etwa indem er es einfach für ungültig erklärt, um die Bürger so ihrer Ersparnisse zu berauben, um die Menschen „heimtückisch zu enteignen“, wie Alan Greenspan geschrieben hat. Diese Remonetisierung der Edelmetalle, die Neuentdeckung von Gold und Silber als Geld, wird die große Überraschung an den Märkten sein, weil damit kaum einer gerechnet hat, und dies wird die Edelmetallpreise dramatisch nach oben treiben, insbesondere den Silberpreis.

 

Warum Silber?

Silber wird von dieser Entwicklung wesentlich stärker profitieren als Gold, wird also prozentual deutlich stärker steigen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen und ich will auf einige hier kurz näher eingehen.

Gold ist heute nach wie vor ein monetäres Metall und der relativ hohe Goldpreis lässt sich nur so erklären. Es gibt keinen Rohstoff, den wir in solchen Mengen  (über 40 Jahresproduktionen) sofort verfügbar haben und der gleichzeitig so wenig gebraucht wird. Wenn Gold heute wirklich keine monetäre Funktion mehr hätte, dürfte der Preis wohl eher noch unter dem des Silberpreises liegen.

Bei Silber ist es genau umgekehrt. Silber wird immer mehr industriell gebraucht, und die

Vorräte gehen zu Ende. Hierzu nur eine Zahl, welche die Dramatik der Situation schlagartig erkennen lässt. Noch vor 50 Jahren verfügte die amerikanische Regierung über einen riesigen Silbervorrat von etwa 3 Milliarden Unzen, was etwa sechs heutigen Jahresproduktionen entspricht. Dieser Vorrat wurde in den vergangenen 50 Jahren kontinuierlich aufgebraucht und im vorigen Herbst wurden die letzten Unzen ausgeliefert. Anders als bei Gold gibt es damit praktisch keine staatlichen Vorräte mehr, mit denen man den Preis drücken könnte.

Silber dürfte das erste Industriemetall sein, das definitiv knapp wird, noch vor Blei. Wenn jetzt zu der steigenden Industrienachfrage noch eine monetäre Nachfrage hinzukommt, ist die Preisexplosion bei Silber vorprogrammiert. Natürlich wird es immer genug Silber geben, denn es geht ja, ähnlich wie Gold, auf dem Raumschiff Erde letztlich nicht verloren, sondern wird größtenteils wie z. B. in der Fotoindustrie immer wieder recycled, aber eben nicht zu diesem Preis. Silber wird heute praktisch unter Herstellungskosten gehandelt, weil es ebenfalls von dem fiat money Kartell gedrückt wird. Es lohnt sich deshalb, heute eine Art umgekehrte Silbermine anzulegen, also Silber im Markt zu kaufen und in der Erde, d.h. im Tresor, zu versenken, um diese Mine dann bei steigenden Preisen später bequem wieder abzubauen. Ich halte Silber derzeit für die beste und sicherste Altersvorsorge für die nächsten 10 Jahre. Vielleicht kann man danach wieder Aktien anfassen, aber Gold und Silber dürften wohl derzeit das mit Abtsand beste Investment sein.

Es gibt eine ganze Reihe von technischen Gründen, warum Silber stärker gebraucht wird, warum es knapp wird und warum es prozentual stärker als Gold steigen wird. Dazu gehört auch das Gold/Silberverhältnis, das jetzt so um die 50 schwankt und eigentlich bei etwa 10 bis 15 oder sogar eher deutlich darunter stehen müsste. Wenn es gewünscht wird, gehe ich später gern nochmals darauf ein, will mich aber jetzt zum Schluss der Frage zuwenden, was man ganz praktisch tun kann.

 

Wie kann man praktisch in Gold und vor allem Silber investieren?

Versuchen Sie mal, bei Ihrer Bank Silber zu kaufen. Man wird Ihnen heftig abraten und Ihnen mit Kosten und sonstigen Problemen den Appetit verderben. Etwa 30 % haben Sie in Deutschland sofort verloren in Form von 16 % MwSt. sowie dem An- und Verkaufsspread. Die Banken wünschen nicht, dass Sie Gold und Silber kaufen. Derzeit müssen Sie zumindest in Deutschland noch Rückrat beweisen, wenn Sie in Gold oder gar Silber investieren wollen.

Es gibt aber die Möglichkeit über etablierte Edelmetallhändler oder auch über Schweizer und Luxemburger Banken preiswert zum Tageskurs und ohne MwSt. Gold und vor allem Silber zu kaufen. Die Lagerkosten betragen dabei etwa 1/2 % p.a. und Sie haben nicht das Problem mit dem Lkw, Silber in Ihren Garten fahren zu müssen. Der Vorteil dabei ist, dass Sie jederzeit von jedem Ort durch einen simplen Telefonanruf kaufen und verkaufen können. Der Nachteil ist dabei, dass Ihnen das Silber nicht gehört sondern der Bank. Sie haben, wie bei einem Währungskonto auf Dollar oder SFr. nur Anspruch auf die Auslieferung bzw. Auszahlung. Wenn die Bank pleite geht, ist das Silber weg, wie das Geld bei der Bank. Mit etwas höheren Gebühren können Sie diesen Nachteil ausschalten und das Silber oder Gold in einem separaten Depot auf Ihren Namen lagern. Dann ist es, wie der Tresor bei der Bank, außerhalb der Konkursmasse und Ihr Eigentum. Es gibt da technisch einige Varianten, die Ihnen die Bank gerne erklärt.

Eine recht elegante und seit Jahrhunderten international übliche Variante ist der sog. Lagerschein oder ware-house-receipt. Einen solchen Lagerschein kauft man über einen Agenten bei Scotia Moccatta in New York und gegen diesen Schein kann man sich in Basel oder Zürich jederzeit sein Metall physisch ausliefern lassen. Der Lagerschein wird auf den Namen des Anlegers ausgestellt und die Barrennummer bzw. bei Münzen die Containernummer mit exakter Gewichtsangabe eingetragen. Gegen Vorlage des Lagerscheins beim Lagerhaus kann man jederzeit eine Auslieferung verlangen, wie etwa einen Mantel gegen einen Garderobeschein. Ebenso kann der Lagerschein selbst  übertragen, oder auch verpfändet werden. Das Edelmetall wird in Zollfreilagern bei der Mat-Securitas, einer der größten Lagerhausgesellschaften der Welt in der Schweiz gelagert.

Ich habe das hier deshalb etwas ausführlich geschildert, weil es für das Verständnis einer wirklich aufregenden, neuen Entwicklung wichtig ist, die einen praktischen Weg zeigt, der zu privatem, mit Edelmetall gedecktem Geld zurückführen kann und auf den ich am Ende zu sprechen kommen will.

Vorher will ich aber noch auf eine andere, sehr elegante und sehr moderne Möglichkeit

hinweisen, preiswert in Gold und Silber zu investieren, und zwar über e-gold. Mit e-gold können Sie bereits heute weltweit mit Gold und Silber bezahlen. Sie können z. B. mein Buch: Die Geldfalle über das Internet sehr preiswert kaufen, nämlich fast 40% billiger, für nur 100 Gramm Silber oder 2 Gramm Gold, während es mit legalem Falschgeld 49,80 kostet. E-Gold ist nicht nur ein preiswerter Weg, vor allem in Silber zu investieren, weil es Mehrwertsteuerfrei ist und nur etwa 3 % zwischen An- und Verkauf liegen, Sie können auch weltweit per Mausklick mit Ihrem Silber bezahlen. Man kann zunächst bei e-gold ein Konto eröffnen, auch ohne irgendetwas einzuzahlen. Sie bekommen dann eine Kontonummer und ein Passwort und können sich so z. B. schon in Gold, Silber oder auch Platin und Palladium im Internet bezahlen lassen. Das steht zwar alles erst am Anfang, aber immerhin werden bei e-gold derzeit etwa 3000 neue Konten pro Monat eröffnet und ein steigender Prozentsatz auch mit Edelmetall ausgestattet. Zu diesem Zweck beauftragen Sie Ihre Bank einfach, fiat money an e-gold zu überweisen und teilen e-gold per Internet mit, welches Metall Sie haben wollen. Sie können das fiat money auch per Scheck schicken, ebenso wie e-gold über all hin einen Scheck mit fiat money zu Lasten Ihres Kontos schickt. Sie können also jederzeit von Edelmetallen in fiat money oder umgekehrt wechseln. Ich finde das eine faszinierende und aufregende Entwicklung, die sicher Zukunft hat.

Noch aufregender finde ich aber eine andere Entwicklung, die ich zum Schluss hier noch kurz vorstellen möchte, mit der in der Tat wieder privates metallgedecktes Geld entstehen könnte, ganz so, wie es ursprünglich einmal entstanden ist und wie es sich über viele Jahrhunderte bestens bewährt hat. Ich habe hier ein paar neue Geldscheine, die zunächst nicht viel anders aussehen, als etwa Dollar, DM oder Euro. Diese Scheine unterscheiden sich aber in zwei wesentlichen Punkten von den bisher üblichen Währungen.

1. Sie werden von einem privaten Unternehmen herausgegeben. Es handelt sich also nicht um staatliches Zwangsgeld, sondern um ein privates Geld, das freiwillig akzeptiert werden muss, das sich also im Markt gegen Konkurrenz behaupten muss und

2. Im Gegensatz zu Dollar, DM und Euro, die mit Nichts gedeckt sind, ist dieses Geld wieder mit Gold oder Silber gedeckt.

Sie können mit dem Geld jederzeit vom Emittenden  bzw. vom Lagerhaus die Aushändigung von Gold oder Silber verlangen. In gleicher Weise ist ursprünglich auch einmal der Dollar entstanden, bevor er später zu fiat money degenerierte.  Diese neuen Scheine hier sind nun wieder mit Silber gedeckt.

In der Praxis läuft  das so. Sie tauschen einfach, z.B. bei mir, 10 Dollar fiat money, in 10 Dollar ALC - American Liberty Currency, und haben damit Papiergeld, das mit 1 Unze Silber gedeckt ist. Sie können jederzeit für 10 Liberty Dollar  eine Unze Silber im Warehouse, oder auch bei mir, abholen. Nun werden Sie unschwer feststellen, dass Sie ja für 10 Dollar derzeit etwa zwei Unzen Silber kaufen können, Sie also scheinbar den doppelten Preis für Silber bezahlen. Das stimmt natürlich, Sie könnten sich theoretisch zwei Unzen Silber als Barren kaufen und unter die Matratze legen, aber dann haben Sie das Silber nicht als praktisches Geld verfügbar, mit dem Sie bezahlen können. Bei zwei Unzen ist das natürlich kein Problem, die kann man ohne weiteres als Barren mitnehmen, und notfalls auch damit bezahlen aber wenn Sie 5000 Dollar in Silber mitnehmen wollen, sind das schon über 30 kg. Sie bezahlen also praktisch einen Preis, einmal dafür, dass das Silber bereits gemünzt ist und für das zur Verfügung stellen des Papiersystems. Ob der Preis gerechtfertigt ist, muss der Kunde bzw. der Markt entscheiden.

Als Zahlungsmittel ist der neue Schein gewiss genauso praktisch wie Dollar, DM oder Euro, aber er ist zusätzlich noch durch eine bestimmte Menge Silber gedeckt. Das sollte ihn eigentlich im Markt gegen das Staatsgeld, das garantiert mit Nichts gedeckt ist, konkurrenzfähig machen. Die einzige Überlegenheit beim Staatsgeld ist der staatliche Annahmebefehl, der dazu führt, dass jeder das legale Falschgeld annimmt und einfach weiterreicht. Aber in Zeiten einer Hyperinflation wird dieser Befehl schwammig. Mag sein, dass dann wirklich Konkurrenz im Markt entsteht und vielleicht bietet ja ein anderes privates Unternehmen oder gar der Staat eine höhere Deckung, um konkurrenzfähig zu werden und schon sind wir bei einem Wettbewerb, um das bessere Geld auf einem freien, internationalen Markt.

Die Wirkung dieser Liberty Currency ist jetzt am Anfang sicher noch bescheiden. Sie beruht zunächst in einem didaktisch aufklärerischem Effekt. Die Leute haben etwas zum anfassen, sie können sich etwas vorstellen und man kommt sehr schnell in ein Gespräch, über Geld und Remonetisierung von Edelmetallen. Aber immerhin gibt es in Amerika bereits etwa 800 sog. redemption centers, wo man fiat money in liberty currency und diese in Silber umtauschen kann. Ein solches System kann man auch hier in Europaaufbauen. Jeder Einzelne hier im Saal kann eine eigene Bank bzw. Wechselstube, also so ein redemption center aufmachen und sich an diesem Aufklärungsprozess beteiligen.

Ich gebe hier mal diese Informationszettel aus, als ersten Einstieg, für alle die sich mit dem Gedanken befassen wollen.

Lassen Sie mich zum Schluss mit ein paar markigen Sätzen wieder den Bogen zum Anfang, zur Freiheit schlagen. Freiheit heißt immer Freiheit vom Staat, aber diese Freiheit muss von Unten erkämpft werden, wir können sie nicht als Geschenk von oben erwarten. Wenn es gelingt, diese neuen Formen von privatem gedecktem Geld Schritt für Schritt zu verbreiten, können die Menschen sich auch beim Geld wieder vom Staat und von Fremdherrschaft befreien, wie es auch auf vielen anderen Gebieten durch Aufklärung gelungen ist.  Nach dem Motto: When the people own the money, they control the government. When the government owns the money, it controls the people.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.